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Geschockt war nicht nur Südtirols Laufszene, als der Rennerclub Vinschgau am 21. Januar 2026 das Ende des Reschenseelaufs bekanntgab. Der Wettbewerb im oberen Vinschgau hatte sich seit der ersten Auflage im Jahr 2000 zur größten Laufveranstaltung des Landes entwickelt. Bei der 25. Auflage im Juli 2025, die zum Jubiläum als Abendlauf durchgeführt wurde, konnten die Veranstalter nicht weniger als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. "Und es hätten sogar bis zu 4.500 sein können, aber wir mussten die Einschreibungen frühzeitig schließen", sagt Gerald Burger, der Initiator des Vinschgauer Rennens. Für Südtirols Laufsport ist der Verlust des Reschenseelaufs ein wahrer KO-Schlag, nachdem in den letzten Jahren schon die Halbmarathonläufe in Meran und Kaltern und die großen Bergläufe in Brixen und im Sarntal aus dem Wettkampfkalender ausgeschieden sind. Ob es in den nächsten Wochen und Monaten noch gelingt, für den Reschenseelauf vor Ort ein Ersatzrennen aufzubauen, bleibt abzuwarten. Die bisherigen Veranstalter vom Rennerclub Vinschgau sind auf alle Fälle nicht mehr mit dabei.

 

Die Pressemitteilung des Rennerclubs Vinschgau von 21. Jänner 2026

Reschenseelauf: Nach 25 Jahren geht eine Südtiroler Erfolgsgeschichte zu Ende
Nach einem Vierteljahrhundert voller Emotionen, sportlicher Höchstleistungen und unvergesslicher Momente endet die Geschichte des Reschenseelauf. Der Rennerclub Vinschgau hat entschieden die größte Laufveranstaltung Südtirols nicht weiter zu organisieren – ein Schritt, der schwerfällt, aber nach intensiver Abwägung unausweichlich geworden ist.

Ein Abschied nach 25 Jahren
Was im Jahr der ersten Auflage mit 158 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begann, entwickelte sich zu einem sportlichen Aushängeschild der gesamten Region. Bis zu 4.000 Läuferinnen und Läufer aus dem In- und Ausland machten den Reschenseelauf jährlich zu einem Fixpunkt im europäischen Laufkalender.
Der Lauf war geprägt von Herzlichkeit, Idealismus und dem Herzblut unzähliger Menschen, Helfern, Freunde und Sportlern. Er war Ausdruck von Begeisterung, Gemeinschaft und dem Stolz, den größten Lauf der Region zu tragen.

Gründe für das Ende
Trotz der großen Bedeutung und der emotionalen Bindung vieler Beteiligter ist die Fortführung der Veranstaltung nicht mehr realisierbar. Ausschlaggebend dafür sind:

zunehmender bürokratischer Aufwand

steigendes organisatorisches und finanzielles Risiko für den Veranstalter

sicherheitsrelevante Aspekte

enormer zeitlicher Einsatz für das gesamte OK-Team

Ausscheiden einiger OK Team Mitglieder

sinkende Motivation nach vielen intensiven Jahren

wachsende Schwierigkeiten, ausreichend freiwillige Helfer zu finden

mangelnder Rückhalt durch einige lokale Partner

Diese Begründungen machen eine verantwortungsvolle Weiterführung des Events nicht mehr möglich.

Ein Stück Südtiroler Laufgeschichte
Mit dem Ende des Reschenseelauf verschwindet nicht nur eine Veranstaltung – es geht ein Stück der Südtiroler Laufkultur verloren. Der Lauf war über Jahrzehnte Treffpunkt für Sportbegeisterte, Bühne für faire Duelle und Ort gelebter Zusammengehörigkeit.

Was bleibt
Zurück bleiben Erinnerungen an emotionale Zieleinläufe, sportliche Höhepunkte und die besondere Atmosphäre rund um den Reschensee. Es bleiben Geschichten, Freundschaften und der Stolz, gemeinsam etwas Großes geschaffen zu haben.
Der Reschenseelauf verabschiedet sich – aber seine Spuren bleiben. In den Herzen der Läuferinnen und Läufer, der Helfer, der Partner, der Sponsoren, der Organisatoren und aller, die Teil dieser außergewöhnlichen Reise waren.